Wirtschaft Konkret zum Thema Risikomanagement allgemein

Zukunfts-Welten

Lebenswelten 2050 – Wie wir leben werden

Editorial: Zukunfts-Prognosen

Erfahrene Menschen wie der legendäre britische Premier Winston Churchill haben es schon immer gewusst: „Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.“ Nichts ist so schwer, wie exakte Voraussagen zu machen. Das zeigt eine kleine Rückschau auf all die großartigen Utopien, die einst die Welt bewegten und heute aus dem Blickfeld verschwunden sind.

Was wurde da in den 50ern des vergangenen Jahrhunderts nicht alles als Verheißung in die Welt gesetzt: Siedlungen auf dem Mond und im Weltraum, die so einfach zu erreichen sind wie irdische Städte über die Autobahn. Atomare Energie, die in Form von schnellen Brütern nicht nur nicht endlich ist, sondern sich sogar vermehrt. Autos, die jeden dorthin bringen wohin er will, ohne dass er auch nur einmal ins Steuer greifen müsste. Und natürlich auch die Heilung von vielen Krankheiten, die ein langes Leben in jugendlicher Frische ermöglicht.

Sollte man es also nicht gleich ganz bleiben lassen, dieses Spähen in die Zukunft, das doch jedes Mal nichts anderes zuwege bringt als eine mehr oder weniger bunte Fata Morgana, die sich bei weiterer Annäherung als flüchtige Erscheinung erweist? Warum versuchen wir, die Zukunft vorher zu sagen, wenn doch alles anders kommt? Wenn wir sowieso von allem Anfang an wissen, dass Zufälle, Überraschungen und außergewöhnliche Einflüsse einen geordneten, vorausschaubaren Gang der Dinge vereiteln.

Weil es natürlich eine anregende intellektuelle „Spielerei“ ist, sich die Zukunft auszumalen. Selbstverständlich auch, weil es wichtig ist, sich klar zu machen, was man will und was nicht. Weil die Zukunft nicht kommt, ohne dass wir daran etwas ändern könnten, sondern weil es mehrere Optionen von Zukunft gibt, unter denen die Gesellschaft wählen kann. Deshalb ist es wichtig, so viele Optionen wie möglich zu skizzieren und zu präsentieren, um sich möglichst fundiert entscheiden zu können. Um sagen zu können, was man will, muss man wissen, was möglich ist.

Rainer Hupe
Chefredakteur

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