Die Zukunft Deutschlands
Bildung und Demografie im Wandel
Auch die Welt verändert sich
Nahezu alle mit Deutschland vergleichbaren Staaten mit westlichem Lebensstil haben relativ geringe Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung. Aber in den westlichen Industriegesellschaften entwickelt sich die Bevölkerung sehr unterschiedlich. So erwartet etwa Großbritannien einen geringeren Rückgang der Bevölkerung, weil die Zuwanderung vergleichsweise hoch ist. Frankreich und die skandinavischen Staaten haben höhere Geburtenraten als Deutschland. Und in den USA wird die Bevölkerung auch in den kommenden Jahrzehnten zunehmen, weil es dort mehr Geburten und mehr Zuwanderung gibt als etwa in Deutschland.
Grundsätzlich aber ist die Alterung der Gesellschaft ein weltweites Phänomen. Die Weltbevölkerung wächst fast nur noch in den Entwicklungsländern, hohe Fertilitätsraten gibt es in den Ländern Zentralafrikas und des Mittleren Ostens, in Osteuropa liegen die Kinderzahlen dagegen auf dem niedrigsten Niveau weltweit.
Allerdings warnen die Vereinten Nationen seit einigen Jahren immer deutlicher davor, dass die Entwicklungsländer nicht nur einen Jugendboom erleben, sondern auch ein „age quake“, ein Altersbeben. Denn die Alterung geht dort sehr viel schneller vonstatten als in den klassischen europäischen Wohlfahrtsstaaten. Während es in Schweden etwa 84 Jahre dauerte, bis sich die Gruppe der über 65-Jährigen in der Gesellschaft verdoppelte, wird dies in Singapur innerhalb von 20 Jahren stattfinden. Auch in China wird sich der Anteil dieser Altersgruppe in weniger als 30 Jahren verdoppeln, beschleunigt durch die offizielle Ein-Kind-Politik der Regierung.
Unterscheidet man diese Entwicklung aber nach Kontinenten, dann wird Europa wirklich „Old Europe“ sein, wie der ehemalige amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in ganz anderem Zusammenhang meinte. Denn auch 2025 liegt hier der Anteil der Menschen, die älter als 60 sind, mit 28 Prozent noch immer doppelt so hoch wie in der übrigen Welt. Von 100 Weltbürgern sind heute 11 Europäer; 2035 werden es nur noch 9, 2050 sogar nur noch 7 sein, wie das Institut für Wirtschaft und Gesellschaft in Bonn ausgerechnet hat. [...]

