Fair Trade und Umwelt
Handel(n) ohne Grenzen
Erfolg in schwierigem Umfeld
Dass Einkaufen mehr bedeutet, als nach dem möglichst günstigsten Schnäppchen zu suchen, das spüren viele Verbraucher in den reichen Industrieländern kaum. Dafür aber viele Bauern in den Ländern der so genannten Dritten Welt. Denn die Preise ihrer Produkte werden von Märkten diktiert, auf die sie kaum Einfluss haben, deren Macht sie aber umso mehr spüren.
So sanken die Preise für einige der wichtigsten Agrarausfuhren der Entwicklungsländer wie Zucker, Baumwolle, Kakao oder Kaffee zwischen 1970 und 2000 um 30 bis 60 Prozent. Viele dieser Länder sind aber auf den Export eines einzigen Gutes angewiesen. So gleicht etwa Burundi einer großen Kaffeeplantage; mehr als 90 Prozent des gesamten Exports entfallen auf Kaffee. Während sich die Verbraucher in den Abnehmerländern über günstige Angebote freuen und die Zwischenhändler in der Regel gut verdienen, können die Bauern von dem Erlös ihrer Produkte kaum noch den Lebensunterhalt bestreiten – von Investitionen in eine bessere Zukunft ganz zu schweigen.
Die Wirkungen dieses fatalen Mechanismus hat die Kampagne „fair feels good“ an einem konkreten Beispiel deutlich gemacht. Danach erhielt 2002 eine Kaffeekooperative in Peru für den Zentner Arábico rund 47 US-Dollar auf dem Weltmarkt. Nach Abzug der Kosten für Sortierung, Verpackung und Transport blieben davon 30 Dollar übrig. Die Produktionskosten lagen jedoch bei rund 80 Dollar. An dieser Situation dürfte sich bis heute wenig geändert haben. [...]

