Die Zukunft Deutschlands
Bildung und Demografie im Wandel
Ein schrumpfendes Volk
Anfang 2007 bot das ZDF den Deutschen ein eindrucksvolles Schauspiel. An drei Abenden führten die Fernsehmacher der Bevölkerung in drastischen Bildern vor Augen, was angeblich in gar nicht allzu ferner Zukunft an Horrorszenarien droht. Die so genannte Doku-Fiktion „2030 – Aufstand der Alten“, eine Mischung aus Dokumentation und fiktivem Fernsehspiel, zeichnete ein düsteres Bild zukünftiger Verhältnisse: Obdachlose Greise schlagen sich als Fensterputzer durch und vegetieren in verwahrlosten Schlafhallen vor sich hin, Krankenkassen zahlen, wenn überhaupt, nur noch billigste Medikamente, Kinder, die das Geld für den Unterhalt der pensionierten Eltern nicht haben, überreden diese, sich einschläfern zu lassen. Die Bedingungen für „freiwilliges Frühableben“ sind längst gesetzlich geregelt.
Not leidende Rentner plündern Banken und Apotheken, für sie gibt es spezielle geriatrische Gefängnisse, in denen ebenfalls nicht gerade menschenwürdige Verhältnisse herrschen. Um dem ganzen Elend zu entgehen, übertragen immer mehr Rentner ihre karge Grundrente dubiosen Firmen, die ihnen dafür einen Lebensabend unter südlicher Sonne versprechen. Das ist natürlich ein Riesenschwindel und deshalb erzählt die Rahmenhandlung der Sendung davon, wie eine junge Reporterin des ZDF versucht, diesen aufzudecken.
Der Film solle „aufklären und aufrütteln, damit es nicht zum vielfach prognostizierten Krieg der Generationen kommt“, erklärte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zur Ausstrahlung, die ein riesiges Echo in Deutschland auslöste. Die anschließenden Diskussionen prägten weitere drastische Bilder. So prophezeite ein Diskutant: „Die Industrie stellt sich auf mangelnde Betreuung in Heimen ein, indem sie Windeln herstellt, die bis zu 3,8 Liter Flüssigkeit aufnehmen können.“ [...]

