Wirtschaft Konkret Nr. 420 - Leben versus Arbeiten?

Leben versus Arbeiten?

Arbeitsmodelle der Zukunft

Zukünftige Formen der Arbeit

Die neuen Jobs werden aber in den kommenden Jahren und Jahrzehnten eine wesentlich größere Rolle spielen. Dazu zählen projektbasierte Arbeitsverhältnisse, Selbstständigkeit, Portfolio-Lösungen und Mischformen aus allen diesen Möglichkeiten.

Hinzu kommt der Trend zum multimobilen Arbeitsplatz zu Hause, im Büro, in der Bahn oder im Flugzeug. In einer Studie des Mischkonzerns Johnson Controls unter Büroangestellten in zehn europäischen Ländern stuften sich 60 Prozent der Befragten als „Multi-Mobility-Worker“ ein, die schon jetzt Büro-, Heim- und Telearbeit kombinieren.

Allerdings sehen noch 86 Prozent der Befragten das Büro als wichtigsten Ort an, weil dort die Zusammenarbeit mit den Kollegen am besten ist, Konferenzen und Gedankenaustausch stattfinden. Die Einschätzung von modernen Arbeitsformen ist denn auch widersprüchlich: Während zwei Drittel der Befragten erklären, die Beziehung zum Chef sei durch die flexible Arbeit besser geworden, beklagen 30 Prozent, der Vorgesetzte könne die außerbetriebliche Arbeit nicht einschätzen. 40 Prozent der Heimarbeiter sind überzeugt, ihre Chancen auf Beförderung würden sinken.

Der Kölner Wirtschaftswissenschaftler Rolf Sternberg verfolgt seit Jahren die Entwicklung der Selbstständigkeit in den reifen Volkswirtschaften. Mit seinem „Global Entrepreneurship Monitor“ stellt er fest, ob Autonomie und Flexibilität gefördert werden oder als Bedrohung in der Arbeitswelt wahrgenommen werden. Für ihn ist klar: „Es gibt immer mehr Leute, die ihre Freiräume verlangen und nutzen.“ Freiberuflich tätig zu sein oder gar ein eigenes Unternehmen zu gründen ist für sie erstrebenswert. Das ist das flexible Arbeitsmodell der Zukunft schlechthin, dessen Möglichkeiten durch die Entwicklung der Kommunikationstechnik noch gefördert werden. [...]

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