Zukunfts-Welten
Lebenswelten 2050 – Wie wir leben werden
Mehr Energie für mehr Menschen
Rund neun Milliarden Menschen werden Mitte des Jahrhunderts auf dem Planeten leben. Alle wollen mehr Energie, aber Öl und Gas gehen zur Neige. Können Fusionsreaktoren oder Sonnenkollektoren die Nachfrage stillen?
Die Prognose erscheint auf den ersten Blick paradox: Obwohl die Geburtenraten weltweit, also auch in den Entwicklungsländern, in den nächsten Jahrzehnten sinken werden, wächst die Weltbevölkerung nach der neuesten Prognose der UNO bis 2050 noch einmal um fast 50 Prozent auf dann mehr als neun Milliarden Menschen. Bei näherem Hinsehen ist die Erklärung jedoch relativ einfach: Gleichzeitig steigt auch die Lebenserwartung der Menschen fast überall.
Welche Folgen das hat, lässt sich an einigen Zahlen aus dem UNO-Bevölkerungsbericht verdeutlichen: Weltweit wird sich die Zahl der Menschen, die älter als 60 Jahre sind, auf rund zwei Milliarden verdreifachen. In den Industrieländern steigt er sogar von einem Fünftel auf ein Drittel der Bevölkerung – auf jedes Kind kommen dort dann zwei Menschen über 60. Die Gruppe der über 80jährigen wird sich sogar mehr als verfünffachen auf 380 Millionen.
Insgesamt aber wird die Entwicklung in den verschiedenen Weltregionen sehr unterschiedlich sein. Während die Bevölkerung vor allem in den ärmeren Regionen und Ländern wächst, wird es in Europa einsam, wie manche Kommentatoren – nicht ganz ernst gemeint – prophezeien. Im alten Kontinent Schrumpft die Bevölkerung in den nächsten 40 Jahren um 67 Millionen. 28 europäische Staaten, darunter auch Deutschland, können infolge niedriger Geburtenraten den Bevölkerungsrückgang nur durch Aufnahme von Migranten stoppen, so die UNO.
Insbesondere der weltweite Energiehunger wächst dramatisch, bis 2050 könnte sich die Nachfrage laut einem Bericht des Weltenergierates verdoppeln. Grundlage für die pessimistische Prognose ist eine breit angelegte Studie in den knapp 100 Mitgliedsländern des Rates, darunter viele Entwicklungs- und Schwellenländer in Afrika, Asien und Lateinamerika. Danach haben fast zwei Milliarden Menschen, das ist ein Drittel der Weltbevölkerung, keinen Zugang zu einem modernen Energieangebot. Sie kochen mit Holz, Stroh oder Dung. [...]

