Zukunfts-Welten
Lebenswelten 2050 – Wie wir leben werden
Mobil in Megastädten
Es beginnt das Jahrhundert der Metropolen, drei Viertel der Menschen werden 2050 in Städten leben. Das gilt nicht nur weltweit, sondern auch für Deutschland, wo sich die ländlichen Regionen immer mehr entvölkern, besonders im Osten. Mobilität wird dabei zum größten Problem.
In vielen Schwellenländern wie China oder Indien halten die Großstädte dem rasanten Wachstum schon heute nicht mehr stand. Verkehrschaos und planlose Zersiedlung machen das Leben für die meisten Bewohner zur Hölle. Doch das ist nach allen vorliegenden Szenarien erst der Anfang einer fundamentalen Entwicklung. Schon jetzt lebt, erstmals in der Weltgeschichte, die Hälfte der Menschheit in Städten, 2020 werden es bereits 60 Prozent sein und Mitte des Jahrhunderts drei Viertel.
Als Folge davon wird es nicht nur weit mehr Städte geben, sondern die bereits heute bekannten Mega-Metropolen werden weiter in bisher unbekannte Größen wachsen. Das Tempo der Entwicklung ist dabei atemberaubend. Dauerte es noch 130 Jahre, bis London von einer Million auf acht Millionen Einwohner gewachsen war, schaffte Bangkok das Gleiche in 45 und Seoul sogar in 25 Jahren.
Der größte Agglomerationsraum mit 35 Millionen Menschen ist heute der Großraum Tokio-Yokohama. Doch er wird ohne Zweifel in den nächsten 40 Jahren von einer anderen Megastadt auf einem Kontinent wie Asien oder Afrika mit weiterhin hohem Bevölkerungswachstum abgelöst. Als möglicher Kandidat ganz vorn steht dabei das indische Mumbai (Bombay), aber auch die Nigerianische Hafenstadt Lagos. Wobei letztere ein beeindruckendes Beispiel für das rasante und ungezügelte Wachstum solcher Weltstädte ist.
Entstanden als Fischerdorf hatte Lagos um 1900 gerade einmal 37.000 Einwohner. Doch mit dem Ende des Sklavenhandels wuchs die Stadt rasch, 1970 überschritt sie die Millionengrenze und heute leben in dem Ballungszentrum schätzungsweise 15 Millionen Menschen. [...]

