Insolvenzprognose 2012
Hamburg, 10.01.2012
Ende des Rückgangs bei den Unternehmensinsolvenzen
Euler Hermes Prognose 2012: Weltwirtschaftliche Entwicklung weiter unsicher – Auswirkungen auch auf Deutschland – Ende des Rückgangs bei den Unternehmensinsolvenzen
In seiner neusten Studie prognostiziert der weltweit führende Kreditversicherer Euler Hermes für 2012 einen Rückgang des Wachstums der Weltwirtschaft auf 2,7 Prozent und nahezu eine Stagnation der Eurozone bei 0,3 Prozent. Deutschland bleibt von der Abschwächung der Weltwirtschaft, der Schuldenkrise in Europa und den massiv gestiegenen Verunsicherungen nicht verschont. Das spiegelt sich auch in der Entwicklung der Firmeninsolvenzen wider, dessen abnehmender Trend 2012 in Deutschland fast zum Stillstand kommt.
Dämpfer für die deutsche Wirtschaft
2012 steht der deutschen Wirtschaft nach dem Konjunkturzuwachs im Vorjahr ein markanter Dämpfer bevor. „Nach einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 Prozent in 2011 erwarten wir für 2012 nur noch ein Plus von 0,8 Prozent, bevor es in 2013 wieder zu einer moderaten Erholung kommen könnte“, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Euler Hermes.
Positive Entwicklung bei den Unternehmensinsolvenzen in Deutschland läuft aus
Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in 2011 noch einmal um 4,7 Prozent auf 30.500 zurückgegangen sein dürfte, zeichnet sich angesichts der nachlassenden Konjunktur für 2012 ein Ende dieser positiven Entwicklung ab: nach Prognose von Euler Hermes kommt der rückläufige Trend der Firmenpleiten mit minus 0,7 Prozent auf 30.300 nahezu zum Stillstand. Im historischen Vergleich ist die absolute Anzahl immer noch hoch, wie ein Blick auf die zweite Hälfte der neunziger Jahre zeigt, als der jährliche Durchschnitt bei rund 26.000 Insolvenzen lag.
Mit Blick auf die Hauptbranchen setzt sich in 2012 der sinkende Insolvenztrend im Baugewerbe (minus 1 Prozent), im Handel (minus 1 Prozent) und im Dienstleistungssektor (minus 1 Prozent) weiter fort, wenn auch deutlich verlangsamt. Für die exportabhängige Industrie rechnet Euler Hermes nach der zurückliegenden Erholung dagegen mit einem schwachen Anstieg von 2 Prozent.
Abgeschwächte Dynamik der Weltwirtschaft
Die Weltwirtschaft steht zu Beginn des Jahres 2012 insbesondere unter dem Eindruck der Staatsschuldenkrise im Euroraum sowie der massiven Verunsicherung bei Investoren und Konsumenten. Nach Prognose von Euler Hermes wird sich die weltwirtschaftliche Expansion spürbar verlangsamen, insgesamt rechnet der Kreditversicherer für 2012 mit einer Zunahme des globalen Bruttoinlandsprodukts von 2,7 Prozent, nach einem Plus von 3,0 Prozent im Vorjahr. „Die markante Abschwächung der weltwirtschaftlichen Dynamik verbunden mit einer strafferen Geld- und Fiskalpolitik schlägt sich 2012 in einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen nieder“, so Wilfried Verstraete, Vorsitzender des Euler Hermes Management Boards.
Konjunkturelle Abkühlung in ganz Europa
Für den Euroraum erwartet Euler Hermes nach einem Plus von 1,6 Prozent eine Abkühlung auf nur noch 0,3 Prozent in 2012. Dabei verläuft die Konjunktur in den Euro-Mitgliedstaaten weiterhin sehr heterogen, die Unterschiede reichen von schwach positivem Wachstum in Deutschland (0,8 Prozent) bis zu ausgeprägter Rezession in Griechenland (minus 2,7 Prozent, nach minus 5,5 Prozent in 2011). Im Jahr 2013 könnte die Konjunktur der Eurozone mit 1,2 Prozent Zuwachs wieder leicht an Fahrt gewinnen, wenn man davon ausgeht, dass die Staatsdefizite reduziert und die systemrelevanten Risiken begrenzt werden.
Unternehmensinsolvenzen international wieder auf dem Vormarsch
Die Eintrübung der Weltwirtschaft schlägt sich 2012 in einem Wiederanstieg der internationalen Unternehmensinsolvenzen nieder: nach dem Rückgang von 3 Prozent im Vorjahr rechnet Euler Hermes für 2012 mit einem Zuwachs um 3 Prozent. In Europa dürfte die Zahl in 2012 sogar um markante 12 Prozent klettern, darunter Griechenland mit plus 26 Prozent, Spanien plus 20 Prozent und Italien plus 15 Prozent.

