Glück & Erfolg
Braucht man Glück für den Erfolg – oder Erfolg um glücklich zu sein?
Editorial: Streben nach Glück
Was ist Glück? Gibt es gar ein glückliches Unternehmen? Eines, dessen Mitarbeiter motiviert sind und nicht nur den persönlichen Erfolg, sondern auch den des Unternehmens anstreben? Machen Erfolg und Karriere, machen Geld und Reichtum glücklich? Oder ist Glück etwas anderes, kommt es zumindest auch auf andere als materielle Dinge an? Auf erfüllte Arbeit statt Karriere, auf Freizeit statt Konsum, auf Freundschaft statt Konkurrenz, auf Einstellung statt auf Ausstattung?
Viele Fragen. In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Glücks-Forscher auf den Weg gemacht, um Antworten zu finden. Populäre, die „Glücksformeln“ anbieten und Menschen in Seminaren den Weg zu dauerhaftem Glück zeigen. Aber auch Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen, die erforschen, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Menschen oder sogar ganze Völker glücklich sind.
Und sie haben eines herausgefunden: Natürlich geben wohlhabende Menschen häufiger an, sie seien glücklicher, als arme. Doch immer mehr Geld bedeutet nicht gleichzeitig auch immer mehr Glück oder Zufriedenheit. Dies zeigt ganz eindrucksvoll die Bilanz der westlichen Industrieländer in den vergangenen Jahrzehnten. Obwohl das Bruttoinlandsprodukt wuchs und die Einkommen kräftig stiegen, stagnierte die gemessene Zufriedenheit.
Die Menschen wollen vorankommen, sie wollen sich von anderen unterscheiden, im Leben wie im Beruf. Sie suchen den Erfolg. Doch oberhalb einer bestimmten Grenze nimmt der Reiz materiellen Konsums ab. Statt Geld werden andere Dinge wichtig: Erfüllung, Zufriedenheit, Kompetenz und Achtung im Beruf – Familie, Freundschaften, soziale Bindungen und Zeit im Privatleben.
Am Ende gilt noch immer, was der Philosoph Aristoteles schon 400 Jahre vor Christus sagte: „Suche die Mitte, suche das rechte Maß im Leben.“
Rainer Hupe
Chefredakteur

