Glück & Erfolg
Braucht man Glück für den Erfolg – oder Erfolg um glücklich zu sein?
Auf der Suche nach dem Glück
Der „Homo Oeconomicus“ hat ausgedient, die moderne Sozialwissenschaft beschränkt sich nicht mehr länger darauf, zu beobachten, was die Menschen tun, sondern auch zu berücksichtigen, was sie fühlen und sagen.
Was macht einen Menschen glücklich? Muss er nur die richtige Einstellung haben, sich die passenden Umstände schaffen oder hängt es von Faktoren ab, die er gar nicht beeinflussen kann? Für den Erfolgsautor Precht gibt es drei Regeln, um sein Glück zu finden, sie sind eine Mischung aus Handeln und Haltung: „aktiv sein, realistische Erwartungen haben, gute Gedanken pflegen“. Aber, so räumt er ein, sie funktionieren natürlich nicht auf Knopfdruck. Ganz im Gegenteil: es ist schwierig, sie dauerhaft einzuhalten.
Wie schwierig es tatsächlich ist, zeigt die Tatsache, dass sich Philosophen und Psychologen seit jeher mit den Menschen beschäftigen und untersuchen was sie glücklich macht. Vom griechischen Philosophen Aristoteles, der im vierten Jahrhundert vor Christus lebte, stammt die älteste überlieferte Definition. Glück sei das, was der Mensch um seiner selbst willen anstrebt, und nicht, um etwas anderes damit zu erreichen. Ganz konkret empfiehlt er in seiner „Nikomachischen Ethik“, als allgemeine und grundlegende Regel: „Suche die Mitte, suche das rechte Maß im Leben“. Ganz ähnlich äußert sich Epikur („Nichts zu sehr!“), und auch Stoiker wie Seneca erklärten im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt, Glück sei natürlich und werde nur durch äußere Einflüsse gestört. Deshalb empfahlen sie die sprichwörtlich gewordene „stoische Ruhe“.
Aber auch andere Wissenschaften suchen nach dem Glück. Während sich die Psychologen lange fast ausschließlich damit beschäftigt haben, Patienten von Leiden zu befreien, richten sie in den letzten Jahren ihren Fokus verstärkt darauf, auch gesunde Menschen glücklich zu machen. Die physiologische Wissenschaft versucht, die Aktivitäten von Hirnarealen mit Gefühlen und Emotionen in Verbindung zu bringen. [...]

