Finanz-Kommunikation jetzt krisenfest machen
Erfolgsrezepte für den Umgang mit Kapitalgebern – Repräsentative Studie für den Mittelstand
Editorial: Herausforderung Finanz-Kommunikation
Eine optimale Finanzierung ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen immer wieder eine große Herausforderung. Das gilt schon unter normalen Bedingungen, aber viel mehr noch in dieser Zeit, die geprägt ist von der schwersten Krise an den internationalen Finanzmärkten in der Nachkriegszeit und in Deutschland speziell von einem erheblichen Umbruch auf dem Bankenmarkt. Niemand kennt derzeit die Auswirkungen auf die Realwirtschaft genau, doch ohne gravierende Folgen wird die dramatische Entwicklung nicht bleiben. Banken und Sparkassen, mit Abstand die Hauptkapitalgeber des Mittelstands, werden künftig ihre Risiken genauer betrachten. Die Folgen sind klar: Die Bedingungen für Kredite werden deutlich schwieriger, die Kosten für die Refinanzierung steigen.
Es wird also in Zukunft noch mehr als bisher darauf ankommen, die Kommunikation mit den Kapitalgebern optimal zu gestalten, also mehr Zeit und Geld zu investieren, um ein vertrauensvolles gegenseitiges Verhältnis zu den Finanziers herzustellen. Doch lohnt sich das auch wirklich? Welche Vorteile hat ein Kleinbetrieb oder Mittelständler, der umfangreiche Informationen herausgibt und den persönlichen Kontakt mit seiner Bank intensiv pflegt? Und haben nicht auch die Kapitalgeber Veränderungsbedarf?
Um diese Fragen repräsentativ für den Mittelstand in Deutschland und seine Kapitalgeber beantworten zu können, wurde nach 2005 zum zweiten Mal eine Untersuchung zur Finanzkommunikation in Auftrag gegeben. Die wissenschaftliche Durchführung lag bei Prof. Dr. Stephan Paul und Prof. Dr. Stefan Stein von der Ruhr-Universität Bochum. Die Ergebnisse sind eindeutig: Firmen, die ihre Kapitalgeber nicht nur mit Routineinformationen wie Bilanz und GuV-Rechnung versorgen, sondern sie zeitnah, umfassend und persönlich informieren, haben Vorteile bei der Finanzierung ihres Geschäfts. Sie müssen in der Regel weniger Sicherheiten stellen, haben mehr Mittel zur Verfügung und können mit Hilfe in Notfällen rechnen. Kein Wunder, dass sie häufig geschäftlich besser dastehen als die Skeptiker der Finanzkommunikation.
Doch die Studie zeigt auch, dass die Kapitalgeber ihre Kunden meist wesentlich kritischer sehen, als diese sich selbst. Sie beurteilen den Umfang, die Aktualität oder die Wirkung der übermittelten Informationen schlechter als die Unternehmen. Und umgekehrt haben die Unternehmer das Gefühl, dass ihre Finanziers bei weitem nicht alles für einen bedarfsgerechten Finanzierungs-Mix getan haben. Damit ist klar: Es gibt zwar keine Kreditklemme, wohl aber eine Kommunikationsklemme zwischen den Firmen und ihren Kapitalgebern. Diese zu überwinden lohnt sich, das beweisen die Ergebnisse der Studie ganz deutlich. Dies erfordert aber einen Ein stellungswandel auf beiden Seiten der Kommunikationsbeziehung. Hierzu wollen die Initiatoren mit dieser Studie beitragen – ebenso wie mit dem jährlich vergebenen Preis für die beste Finanzkommunikation.

