Insolvenzprognose 2010
Entspannung auf hohem Niveau
Insolvenzprognose für Deutschland
Die Bundesrepublik erlebt 2009 nicht nur einen starken Anstieg der Firmeninsolvenzen, sondern als Folge etlicher Großpleiten auch eine dramatische Zunahme der Not leidenden Forderungen. Auch 2010 ist nur mit einer moderaten Besserung zu rechnen.
Nach und nach hellt sich das wirtschaftliche Klima in Deutschland wieder auf. Konjunkturforscher erhöhen ihre Prognosen für das Jahr 2010, je näher es kommt. Der tiefe Fall scheint beendet zu sein, es könnte, wenn auch langsam, wieder aufwärts gehen. Doch die schwerste Rezession der Nachkriegszeit hat tiefe Spuren hinterlassen, sie katapultierte Europas größte Volkswirtschaft 2009 an das Ende der Wachstumsskala im internationalen Vergleich. Die Volkswirte von Euler Hermes rechnen für das Jahr mit einem Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts um rund 5%. Erst 2010 prognostizieren sie wieder einen leichten Zuwachs des Sozialprodukts, der über 1% liegt.
Der massive Einbruch der Konjunktur findet seinen deutlichen Niederschlag bei den Firmeninsolvenzen, die als typischer Spätindikator der Wirtschaft auch offenbaren, dass die Rezession nur allmählich überwunden werden kann. Nach der Prognose von Euler Hermes wird die Zahl der Pleiten 2009 um 15,4% auf 33.800 steigen und 2010 trotz der konjunkturellen Erholung noch einmal um rund 9% auf 36.900. Damit bleiben die Zahlen voraussichtlich unter dem Höchstwert des Krisenjahres 2003.
Wesentlich dramatischer und ein wichtiges Indiz für die wirkliche Bedrohung auch gesunder Firmen durch einen möglichen Forderungsausfall ist die Summe der Not leidenden Forderungen. Sie steigt 2009 um nicht weniger als 162,4 Prozent auf den historischen Höchstwert von 58,0 Milliarden Euro. Das ist natürlich eine Folge etlicher Großpleiten, aber darin lässt sich auch die konjunkturelle Entwicklung ablesen, die 2009 ihren Tiefpunkt erreicht. 2010 wird die Summe der Forderungen zwar um mehr als 22% auf dann noch 45 Milliarden Euro sinken, doch das ist immer noch erheblich mehr als in den Krisenjahren zu Beginn dieses Jahrzehnts. Die schwere Insolvenzwelle, deren Ausläufer auch 2010 noch über Deutschland hinwegschwappen, türmt also exorbitante finanzielle Forderungen auf. [...]

