Ein sicheres Netz
Computerrisiken sind Chefsache
Mangelnde Computer-Sicherheit
Mit dem Begriff Computer-Sicherheit verbinden viele Nutzer die Bedrohung durch Hacker und Viren – also mehr oder weniger zufällige Angriffe von außen. Kein Wunder, gehen doch in fast regelmäßigen Abständen die Meldungen von Viren mit geheimnisvollen Namen durch die Medien, die ganze Server von Großorganisationen lahm legen oder von Hackern, die sich auf spektakuläre Weise Zugang zu geheimen Daten von Unternehmen oder sogar militärischen Datennetzen verschaffen. Die Gefahr durch unbefugte Zugriffe von außen auf sensible Unternehmensdaten lauert überall – das zumindest suggeriert die breite Medienresonanz.
Natürlich sind diese Gefahren groß und nehmen ständig zu – und dennoch sind sie nur eine Facette eines viel größeren Problems. In deutschen Firmen entstehen Jahr für Jahr Millionen-, wenn nicht Milliardenverluste durch Datenklau. So genau weiß das niemand, denn die Dunkelziffer ist beträchtlich. Klar ist aber, dass die größte Gefahr nicht von außen kommt, sondern in den Firmen selbst existiert. Rund 80 Prozent aller bekannt gewordenen Fälle von Datenverlust oder Datendiebstahl gehen von Mitarbeitern des eigenen Unternehmens aus. Zufällige Angriffe von Hackern und Viren oder gezielte Fälle von Wirtschaftsspionage sind (abgesehen von gravierenden Einzelfällen) im Ganzen gesehen jedoch eher von geringerer Bedeutung im Vergleich zu den Folgen vermeintlich banaler Dinge:
- Datenverluste durch Stromausfall und Fehlbedienung sind eine große Gefahr. Doch häufig genug bekommt ein ergebnisverantwortlicher Manager davon nichts mit. Er wundert sich höchstens über mangelnde Produktivität und schwindenden Profit, ohne dies mit mangelnder Computersicherheit in Verbindung zu bringen.
- Computer werden immer häufiger zu Komplizen bei wirtschaftskriminellen Handlungen in den Unternehmen (siehe Wirtschaft Konkret Nr. 300: „Wirtschaftskriminalität – das diskrete Risiko“). Mitarbeiter verschaffen sich Zugang zu vertraulichen Daten, nutzen elektronische Formulare oder fälschen Unterschriften auf Knopfdruck.
- Über Computernetze wickeln Firmen zunehmend nicht nur administrative Details, sondern wichtige Geschäftsprozesse ab, Schlagworte wie „Electronic Business“ oder „Electronic Commerce“ stehen dafür. Nach einer Umfrage des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) bei 13.000 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen in Deutschland wird das so genannte eBusiness bei 80 Prozent der Befragten im Jahre 2006 eine hohe bis sehr hohe Bedeutung haben.

